Multiagentenmodellierung (MAS) mit Netlogo

Im Kurs „Modellierung sozialer Systeme“ soll eine Grundlage zur räumlich basierten Agentemodellierung geschaffen werden. Ziel ist die Implementierung und Analyse der raumwirksamen Emergenz einfacher Sozialstrukturen.

 Prinzipiell kann man das Erlernen der Implementierung von Modellkonzepten in bottom up bzw. top down Ansätze unterschieden werden. Der Bottom up Ansatz verfolgt das konventionelle schrittweise Erlernen der Modellierungssprache (in diesem Kurs Netlogo) durch Implementierung konzeptioneller Modellideen (z.B. positive oder negative Rückkopplungsschemata etc.). Dieser Ansatz hat den Vorzug, elementare Sprach-Bausteine zur Verfügung zu stellen um so dann zu guter Letzt auch komplexe Modelle erstellen und verstehen zu können. Er ist mit dem konventionellen Ansatz sich einer Fremdsprache durch das systematisches Erlernen von Vokabel und Grammatik  zu nähern vergleichbar. Die top down Methode hingegen verfolgt eher den Ansatz lerne durch Anwendung, oder um beim zuvor angeführten Beispiel zu bleiben, dem Erlernen einer Fremdsprache durch sprechen und interagieren in dieser Sprache von Beginn an.

Beide Konzepte haben didaktisch und pragmatisch bekanntermaßen Vor- und Nachteile. In unserem Fall ist der Versuch mit einem existierenden recht komplexen Modell zu beginnen, der Erfahrung geschuldet, dass im universitären Lehr- und Lernbetrieb mit dem bottom up Ansatz unverhältnismäßig viel Zeit benötigt wird um erste inhaltlich auch nur einigermaßen interessante Modelle verstehen und entwickeln zu können. Für die geographische Lehrpraxis erscheint daher ein kombinierter Ansatz von bottom up und top down ein vielversprechender Weg sowohl inhaltliche wie technische Kompetenzen effizient zu erwerben.

Im Kurs werden schrittweise Grundtechniken der Modellbildung und der Umsetzung in ein Netlogo-Skript vor dem Hintergrund der Analyse raum-komplexer Mensch-Umwelt-Wirkungsgefüge vermittelt. Die Online Version und das Skriptum sind  geringfügig unterschiedlich.

Auswahl der im Rahmen des Kurses entstandenen Studierenden-Projekte:

<Chris Reudenbach>