Ecopolicy goes System Dynamics

Komplexe gesamtgesellschaftliche Betrachtungsweisen von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Wechselwirkungen werden selten in der Geographie quantifiziert – gelten sie doch hinsichtlich eines induktiven Zugangs als problematisch. Dennoch basiert auf dieser Art Weltmodell der Erfolg der System Dynamics Ansatzes. Das Konzept basiert auf  einer von Jay W. Forrester Mitte der 1950er Jahre entwickelten Methodik zur ganzheitlichen Analyse und (Modell-)Simulation komplexer und dynamischer Systeme.

Ecopolicy goes Vensim - Das Grundmodell

Ecopolicy goes Vensim – Das Grundmodell

Derartige Simulationen haben Eingang in die Alltagswelt gefunden und stehen als Simulationsspiele hoch im Kurs (SimCity, Anno 1602,..). In der Regel ist wirtschaftliches, soziales und strategisches Handeln im Fokus dieser Anwendungen. Dieses Handeln ist üblicherweise in „Mensch-Umweltdimensionen“ eingebettet (Grafik, Sound, Empfindungsebenen).

Der selbsternannte Vater des vernetzen Denkens Frederic Vester hatte bereits in den 1980er Jahren das Brettspiel Ökolopoly entworfen, das in den 1990 als Computersimulation Ecopolicy eine Wiederauflage erlebte. Ecopolicy ist ein vielleicht etwas angestaubter aber ungeachtet seiner technokratischen Sichtweise sehr geeigneter Einstieg in die Welt der „Dynamischen Simulation von Wirklichkeit“, da es im Gegensatz zu den übrigen „reinen“ Simulationsspielen die internen Wirkungsgeflechte versucht einigermaßen transparent offenzulegen.

Es folgt einem:

  • gesamtgesellschaftlichen Ansatz
  • bietet unterschiedliche Gesellschaftsszenarien
  • zeigt die konzeptionell zugrundeliegenden Wirkungsgefüge
  • ermöglicht prinzipiell die Integration eigener funktionaler Vorstellungen des Wirkungsgefüges

Dennoch ist jenseits dieses einfachen Einstiges in die allgegenwärtige Welt der Simulationen der Zugang zu den dort verwendeten abstrahierten Geflechten dynamischer Wechselwirkungen recht schwierig. Es gilt in die Wirklichkeit auf der einen und das abstrahierte System auf der anderen Seite zu unterscheiden und anschließend zu verstehen ob dieses System die Wirklichkeit adäquat abbildet.

Der Kurs versucht dieses Verständnis in 4 Schritten zu erreichen:

  1. Spielen von Ecopolicy als holistisches Verstehen eines komplexen dynamischen Wirkungszusammenhanges aus der Alltagswelt
  2. Analyse der Wirkungsweise der von Vester angegebenen funktionalen Zusammenhänge (siehe hierzu die Calc-Datei Die18Weisen aus dem Downloadpaket)
  3. Implementierung von Ecopolicy als Spreadsheet einer Tabellenkalkulation (LibreOffice Calc)
  4. Implementierung in Vensim® als dynamisches Modell (inkl. einer selbstoptimierenden Regelung)

Die Materialien (mit Ausnahme des Handbuchs auf Grund des Copyrights) können heruntergeladen werden (EcopolicyMaterial).

<Chris Reudenbach>